Factoring oder klassischer Kredit – Was lohnt sich wann?

Die unabdingbare Grundlage eines erfolgreichen Unternehmens ist ein ebenso tatkräftiger wie ideenreicher und flexibler Unternehmer. Um innovative Ideen zu marktreifen Produkten entwickeln und fest im Markt positionieren zu können, ist jedoch auch eine solide Finanzierungsbasis von ebenso entscheidender Bedeutung.

Ein stabiles finanzielles Fundament mit ausreichender Liquidität zu schaffen gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers. Gerade in kleineren und jungen Firmen ist diese Herausforderung jedoch nicht immer ganz einfach zu bewältigen. Insbesondere dann, wenn Kunden es mit der pünktlichen Bezahlung ihrer Rechnungen nicht so genau nehmen oder ihnen lange Zahlungsziele eingeräumt werden müssen, um Marktanteile zu erobern.

Dies kann die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen. Sind die für einen reibungslosen Geschäftsablauf nötigen finanziellen Mittel nicht in ausreichendem Maße vorhanden, kann das gesunde Wachstum einer Firma nachhaltig behindert werden.

6 Gründe für Factoring

Mit Factoring die Liquiditätsfalle umgehen

Um dieser Liquiditätsfalle zu entgehen, nutzen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen das Factoring als perfekte Ergänzung zum Kredit der Hausbank. Mit dem Ankauf von offenen Forderungen durch eine Factoringgesellschaft kann die Belastung in Folge hoher Überziehungszinsen effektiv reduziert und ein zusätzlicher finanzieller Spielraum geschaffen werden.

Gerade in der entscheidenden Wachstumsphase eines jungen Unternehmens, während der ein erhöhter Finanzbedarf besteht, stellt dies einen nicht zu unterschätzenden Vorteil dar.

Aufgrund der unkomplizierten und schnellen Abwicklung hat sich das Factoring in vielen Unternehmen zu einem unverzichtbaren Teil einer umfassenden Finanzstrategie entwickelt. Statt langwieriger Überprüfungen der eigenen Bonität bei der Beantragung eines Firmenkredites steht beim Factoring die Zahlungsfähigkeit der Kunden im Vordergrund.

Abhängig vom Umsatz, der Zahl der ausgestellten Rechnungen und der Struktur der Schuldner räumt der Forderungsaufkäufer dem anfragenden Unternehmen einen Factoring-Rahmen ein, der flexibel genutzt werden kann. Die Konditionen, zu denen dieser Liquiditätsschub zu bekommen ist, orientieren sich neben bereits genannten Faktoren an der Branche und den üblicherweise gewährten Zahlungszielen.

Die Vorteile von Factoring

Im Vergleich zu einem klassischen Bankkredit bietet das Factoring zusätzliche Vorteile:

  • Schutz vor Zahlungsausfällen,
  • schnelle Bearbeitung, meist innerhalb 48 Stunden,
  • Kostenreduzierung im Mahnwesen,
  • Erhöhung der Eigenkapitalquote,
  • und eine Verbesserung des Kreditratings.

Gerade diese zusätzlichen Vorteile machen das Factoring für kleinere und mittlere Unternehmen so interessant. Insbesondere auch bei weniger finanzstarken Organisationen können Zahlungsausfälle schnell zu einer existenzbedrohenden Gefahr werden. Nach dem Forderungsankauf durch die Factoring-Gesellschaft geht dieses Risiko auf den Factor über. Wurde die Lieferung mit einem Bankkredit finanziert, müssen die Folgen eines Zahlungsausfalls vom eigenen Unternehmen getragen werden.

Schnell und unkompliziert zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen

In vielen Fällen ist auch die schnelle Bearbeitungszeit von Factoring-Anträgen ein entscheidender Grund, dieses Finanzierungsinstrument zu nutzen. Innerhalb des festgelegten Rahmens werden die entsprechenden Mittel in der Regel innerhalb 48 Stunden zur Verfügung gestellt.

Auch aus bilanztechnischen Erwägungen heraus entscheiden sich viele Unternehmer, mit einem Factoring-Anbieter zusammenzuarbeiten. Offene Forderungen sind in der Bilanz aufgrund des Verkaufs nur in geringem Umfang zu finden. Dies hat zur Folge, dass die wichtige Eigenkapitalquote steigt und so ein besseres Kreditranking erreicht wird. Zukünftig benötigte Kredite sind dann oftmals deutlich günstiger zu bekommen.

Die Vorzüge des Factorings machen sich aber auch in der Administration eines Unternehmens bemerkbar. Da das Mahnwesen vom Factor übernommen wird, stehen die frei gewordenen personellen und zeitlichen Kapazitäten für andere Aufgaben zur Verfügung.

Bankkredit und Factoring – Zwei Finanzierungsinstrumente, die sich ergänzen

Die Vorteile des Factorings können von Firmen zahlreicher Branchen und Organisationsformen genutzt werden. Bei einigen Factoring-Unternehmen ist die Voraussetzung, dass die Grundlage des Geschäftsmodells die Beziehung zu anderen Unternehmen ist (B2B). Forderungen an Privatkunden (B2C) werden von diesen nicht übernommen. Es gibt jedoch auch Factoring Anbieter, welche Factoring für beide Bereiche anbieten.

Während der klassische Bankkredit bei langfristigen und grundlegenden Investitionen seine Vorteile, wie zum Beispiel die Planungssicherheit, ausspielen kann, eignet sich das Factoring für die kurzfristige und schnelle Schaffung zusätzlicher Liquidität. Als unkomplizierte und flexible Alternative zum Kontokorrentkredit wird das Modell deshalb immer beliebter.

Der Schutz vor Zahlungsausfällen, die bilanztechnischen Vorteile und der verminderte administrative Aufwand im Mahnwesen tragen ebenfalls dazu bei, dass besonders junge Unternehmen dieses moderne Finanzierungstool vermehrt nutzen.

Bildrechte für beide Bilder: © by Dresdner Factoring AG

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